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Stadtgeschichte

Wandbild Burg Soltau
Als „curtis salta“ (Hof an der Salzaue) wurde Soltau in einer Schenkungsurkunde Ottos des Großen 937 erstmals urkundlich erwähnt. Aus dem einstigen Erbgut der Karolingerzeit entwickelte sich von der St.-Johanniskirche aus in nordöstlicher Richtung das Dorf „Soltowe“, das 1383 zum Schutz vor Raubrittern in die Nähe einer burgähnlichen Befestigung am Zusammenfluss von Böhme und Soltau verlegt wurde. Schon fünf Jahre nach der Verlegung wurde im Friedensvertrag des Lüneburger Erbfolgekrieges der Abbruch der „Burg“ bestimmt. Nahezu gleichzeitig erhielt Soltau am 15. Juli 1388 das Stadtrecht und damit die Pflicht, die Stadt eigenverantwortlich zu schützen. Im Jahre 1511 wurde Soltau durch einen Brand völlig vernichtet. Bereits acht Jahre später drohte der Stadt während der Hildesheimer Stiftsfehde die erneute Zerstörung. Der Legende nach rettete Harm Tyding am 28. Juni 1519 mit einer List Soltau vor der Plünderung durch das heranziehende Heer von Rittern und Söldnern: Mit Töpfen, Deckeln und allem, was Krach machen konnte, marschierten die Bürger Soltaus am Schellberge bei Harber auf und ab. Sie schwenkten dabei  an langen Stangen befestigte Tücher und feuerten aus den wenigen vorhandenen Büchsen einige Schüsse ab. So glaubte das Braunschweiger Heer, die herannahende Lüneburger Streitmacht vor sich zu haben und bog schließlich nordwärts Richtung Bispingen ab.

Das alte Rathaus
1825 wurde das alte Fachwerkhaus an der Poststraße eingeweiht. Soltau zählte damals etwa 1000 Einwohner. Das Rathaus enthielt die Amtsräume für den Stadtsyndikus und den Bürgermeister. Im Erdgeschoss befand sich eine Gaststube. 1851 zog das Amtsgericht mit Gefängnis ins Rathaus ein. Einer der ersten hauptamtlichen Bürgermeister war der bekannte Heidedichter Friedrich Freudenthal.

Notgeld Soltau - Vorderseite
Einer Sage nach soll es nur der List eines beherzten Bürgers, der den anrückenden Braunschweigern die Lagerung eines großen Lüneburger Heeres vortäuschte und sie zur Umgehung Soltaus veranlaßte, gelungen sein, Unheil von der Stadt abzuwenden. Die historischen Quellen belegen eine andere Geschichte: Der Umweg der Braunschweiger führte zu einem Zusammentreffen beider Heere auf dem „Wiehe Holt“ (nordwestlich von Soltau) und zu einem Gefecht, das als „letzte Ritterschlacht“ in die Geschichte eingegangen ist. Die erneute Zerstörung Soltaus erfolgte dann im 30jährigen Krieg. Lediglich ein Gebäude (Hagen 8) ist aus jener Zeit erhalten geblieben. Die Spuren des Krieges und die Besetzung durch schwedische Truppen dokumentierte noch heute der Ellinger Grenzstein. Seither haben Militär und Kriegsfolgen bis in die jüngste Geschichte hinein Einfluß auf Soltaus Entwicklung genommen.

Notgeld Soltau - Rückseite
Bereits 1712 wurde Soltau erstmals Garnisonsstadt. Während der napoleonischen Eroberungszüge war Soltau französische Grenzstadt zum Königreich Westfalen. Zur Zeit des Königreiches Hannover begann in Soltau der wirtschaftliche Aufschwung. 1913 wurde die königliche Offiziersreitschule in Soltau gegründet, 1914 in unmittelbarer Nähe der Stadt das größte Kriegsgefangenenlager Deutschlands errichtet. In den letzten Kriegswochen des zweiten Weltkrieges richteten alliierte Luftangriffe in Soltau schweren Schaden an. Im April 1945 wurden über 90 KZ-Häftlinge, die aus Transportzügen zunächst hatten entfliehen können, durch Angehörige nationalsozialistischer Organisationen, Soldaten der Wehrmacht und Soltauer Bürger ermordet. Zu Erinnerung an dieses Verbrechen hat die Stadt Soltau im April 2007 ein Mahnmal errichtet.

Kirchstraße Soltau
Von 1949 bis 1993 war Soltau britische Garnison. Die Ost/Westentspannung brachte 1993 den Abzug der britischen Soldaten mit sich und beendete nach nahezu 300 Jahren die Militärpräsenz in Soltau. Als erste Kommune Deutschlands übernahm Soltau im Jahr 1993 ein ehemaliges Kasernengelände und wandelt es seither sukzessive für private Nutzung um.