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Von Hittfeld nach Mariensee

Jakobusweg Lüneburger Heide

Der Jakobusweg Lüneburger Heide ist ein Teilstück des Jakobusweg-Netzes Europas und möchte langfristig an dieses anschließen. Er beginnt in Hittfeld an der ev. St. Mauritiuskirche und endet nach ca. 150 km in Mariensee am Zisterzienser Kloster (gegr. 1207). Dort besteht der Anschluss zum Zisterzienser Kloster Loccum (gegr. 1163) über den Rundpilgerweg Mariensee – Loccum und zum Pilgerweg Loccum – Volkenroda. Der Jakobuspilgerweg Lüneburger Heide möchte die jahrtausende alte Kultur am Weg näher bringen. Der Ursprung des Weges ist ein steinzeitlicher Sternenweg, Handels- und Heerweg. Er zieht sich durch das Naturschutzgebiet Lüneburger Heide mit jährlich ca. 1,8 Millionen Wanderern. Markante Wegstationen sind der Wilseder Berg, die megalithische Brücke in Niederhaverbeck, die Wolterdinger Heilig-Geist-Kirche mit Pilgerzeichen, die Heidenhofer Kapelle im Heidepark Soltau, sowie Hügel- und Großsteingräber. Menschen können auf dem Weg dem christlichen Glauben näher kommen und ihre eigene Spiritualität entdecken. Gepilgert wird zu Fuß, mit dem Fahrrad, Pferd oder Esel. Mit Begleitung kann auch im Rollstuhl gepilgert werden. Schwierigkeiten bergen lediglich die Sandwege im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide. Der Weg ist ausgeschildert mit einer gelben Muschel auf blauem Grund.

 

Einige historische Stationen im Wegverlauf mit Kurzbeschreibung: 

Hittfeld – Mariensee + Hermannsburg – Wienhausen – Celle – Mandelsloh


1. Hittfeld
Anfang des Pilgerweges „Jakobus-Weg Lüneburger Heide“. Die Kirche St. Mauritius aus dem 12 Jahrhundert liegt malerisch auf einem Hügel.

2. Ramelsloh
Stiftskirche St. Sixtus und Sinnitus. Sixtus und Sinnitus waren Bischöfe von Reims, deren Reliquien Bischof Ansgar nach Ramelsloh brachte, als er 845 aus Hamburg vor den Wikingern fliehen musste.

3. Naturschutzpark Lüneburger Heide
Ältestes Naturschutzgebiet Deutschlands. Auf historischen Pilgerwegen durch die Lüneburger Heide. Undeloh mit der Heidekirche St. Magdalenen aus dem 12. Jahrhundert. Das kleine historische Heidedorf Wilsede („Autofrei“). Pilgerwegausstellung auf dem Em Hof. Der Wilseder Berg, 169 Meter hoch, ist „Gipfel“ der Lüneburgerheide. Schneverdingen mit seiner einmaligen Eine-Welt-Kirche und dem alten Spitzbubenweg.

4. Soltau und Wolterdingen
Soltau: Taufkirche St. Johannis und die große Lutherkirche. Die letzte bekannte Ritterschlacht fand 1519 in der Nähe Soltaus statt und ist als Hildesheimer Stiftsfehde bekannt. Die Heidenhofer Kappelle im Heide-Park Soltau ist die einzige Holzkirche Norddeutschlands aus dem 13 Jh. Wolterdingen: Die Heilig-Geist-Kirche mit ihren Pilgerzeichen.

5. Bad Fallingbostel
St. Dionysius Kirche und alter Friedhof. Pilgern durch das schöne Böhmetal. Einziger alter Handelsplatz am alten Kriegerweg. Siebensteinhäuser: 5 Großsteingräber ca. 4300 Jahre alt. Ältestes Heide-Kloster von 986 in Walsrode.

6. Krelingen
Altes Niedersächsisches Fachwerksdorf. Großsteingrab errichtet vor ca. 4100 Jahren. Geistliches Rüstzentrum Krelingen. Immer offene Kirche mit Findlingsaltar – Pilgersegen möglich. Unterkunft mit Verpflegung und Christlichem Buchladen.

7. Aller- Leine- Tal
Fluss- und Wiesenlandschaft. Ahlden: Pilgerherberge in traumhafter Umgebung. Schloss Ahlden: Gründung 1285, jetzt Kunstauktionshaus. Der Kirchturm der Johannes Kirche wurde im Jahre 800 errichtet. In nächster Umgebung, entlang am alten Heerweg, standen drei Burgen, darunter eine Raubritterburg.

8. Hermannsburg, Südheide
Heide-Pastor Ludwig Harms gründet 1849 die „Hermannsburger Mission“ zwecks Verbreitung des Christentums in Afrika. In der Pilgerherberge (Ludwig-Harms-Haus) befindet sich auch die Stempelstelle. Der alte Heideort liegt mitten im Naturpark Südheide, der mit seinen wunderschönen Heideflächen wie z.B. um das „Tiefental“begeistert.

9. Kloster Wienhausen
Um 1230 von Agnes von Landsberg als Zisterzienserinnen-Kloster gegründet, beherbergt einen Pilgersaal und schließt an ehemaliger romanischer Pfarrkirche an. Die berühmtesten Bildteppiche und ältesten Brillen sowie der gotische Nonnenchor, die Truhen und Schränke und die Backstein-Fassade vermitteln außerordentliche mittelalterliche Kunst.

10. Celle-Altencelle
Die Fachwerk- und Residenzstadt der Welfen von 1292 mit Ringwall, Brunonenburg und altem Ort Altencelle aus dem 10. Jh., bei der dortigen Gertrudenkirche fand man einen vergoldeten Pferdegeschirr-Anhänger in Form einer Jakobsmuschel aus dem 13. Jahrhundert. Das Residenzschloss mit seinen Grundmauern aus dem 13. Jahrhundert, die Schlosskapelle mit ihrer Original-Renaissance-Einrichtung aus dem 16. Jahrhundert, die Stadtkirche St. Marien (ehemalige Hallenkirche) von 1308 mit gotischen bis zu barocken Stilelementen gehören zu den Hochgenüssen.

11. Mandelsloh und Kloster Mariensee
Mandelsloh eine alte Gerichtsstätte von 980, Pilgerzeichen in der Glocke der kreuzförmigen Pfeilerbasilika, Übernachten auf dem Rittergut in Evensen. Zisterzienserinnen-Kloster Mariensee aus dem Jahre 1231.

 

Tipp:

Mit Bus und Bahn können Anfang und Ende des Pilgerweges, sowie Zwischenstationen, erreicht werden.